deutsch mich nicht voll!


„deutsch mich nicht voll“ bei Polylux
13. Juni 2008, 11:02
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Deutsch mich nicht voll Polylux Screenshot
Um das Video zu schauen, einfach auf das Bild klicken!



Gelsenkirchen: „Schwarz-Weiß-Rot ein Leben laaang“
13. Juni 2008, 10:23
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Beobachtungen in Gelsenkirchen – Kommentar von Dennis

Fussballdeutschland 2008

Ein polnischer Einwanderer schießt für die DFB-Elf zwei Tore gegen Polen und knappe 150 Premiumteutonen singen in Klagenfurt, dass „alle Polen einen Stern“ tragen sollen.

In Gelsenkirchen hingegen singen ganz „normale“ junge Männer, Jeans&Poloshirt, Modell „Fachhochschüler“, alkoholisiert und euphorisch „Schwarz-weiß-rot ein Leben laaang“, während sie durch die Innenstadt ziehen.

Hurra, wir sind wieder wer! Während Warmduscher wie die Türken und Portugiesen unverschämterweise in Gelsenkirchen-Ückendorf den Sieg von Portugal gemeinsam und friedlich feiern, zeigen tüchtige Deutsche, wie man Hardcore-Nationalmannschaftsfan ist: Man darf ja endlich wieder. Einige Wochen lang fungiert die DFB-Elf wieder als Katalysator für den ganzen Frust des bundesdeutschen Durchschnittsbürgers. Sämtliche Sachverhalte und Zusammenhänge, die ansonsten alltäglich zu kompliziert erscheinen, dürfen wieder sinnfrei verkürzt und gegröhlt werden. Super Deutschland, super Deutschland, super Deutschland, oleee oleee. Und wie toll ist es doch, Teil der Siegermächte, Verzeihung, Sieger zu sein. Hier erblüht wieder das Nationalgefühl, welches wir kennen und schätzen, jenes Gefühl, welches mit dem Fußball oder gar Einigkeit-und-Recht-und-Freiheit sehr wenig zu tun hat: Das simple diffuse Gefühl des „Deutschseins“, dessen Merkmal die Ablehnung des „Andersseins“ ist.

Hätte Podolski das vorher gewusst, er hätte die Buden dem Lehmann in den Kasten gesetzt.



Hannover: Nazis in Sorge um „Saison-Deutsche“
12. Juni 2008, 13:11
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aus der HAZ, Seite 17, 11. Juni 2008

In Hannover haben zum deutschen EM-Auftakt Neonazis Flyer mit der ersten Strophe des Deutschlandliedes und dem Slogan „Singt unsere Jungs in Finale!“ verteilt. Auf die Rückseite schrieben sie:

„Wehen deine Fahnen auch noch nach der WM? Bist du wirklich nur ein Saison-Deutscher? Unsere Fahnen müssen immer und überall wehen.“

Die Flyer tauchten an der Gilde-Parkbühne, der AWD-Hall, am Stadion, in der U-Bahn-Station Waterloo und rund um den dortigen Biergarten auf. Sie enthalten einen Verweise auf die „Nationalen Sozialisten Niedersachsen“ und als V.i.S.d.P. ist der führende Neonazi Christian Worch genannt.

via no nazi.



Nazis in Klagenfurt
12. Juni 2008, 11:55
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Das EM-Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Polen in Klagenfurt wurde von fremdenfeindlichen Gesängen überschattet. Eine Stunde vor dem Anpfiff skandierte eine größere Gruppe deutscher Rechtsradikaler Sprüche gegen polnische Fans. Unter anderem sollen die Neonazis gerufen haben: “Alle Polen müssen einen gelben Stern tragen.” Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP.

SPIEGEL ONLINE

Derartige Nazi-Vorfälle während Fußball-Großereignissen sind nicht neu – ISKRA wies anlässlich der Klagenfurter Vorfälle auf eine Dokumentation der „Recherchegruppe Frankfurt/Oder“ hin:

„Im Rahmen der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 in Deutschland kam es erneut zu mehreren Angriffen und schließlich am 30. Juni zu heftigen Krawallen in der Frankfurter Innenstadt, an denen sich FCV-Ultras beteiligten. Bereits kurz nach dem Viertelfinalspiel Deutschland-Argentinien griffen mehrere FCVler gegenüber der Kneipe ‘Hemingways’ in der Logenstraße einen Fan des Argentinischen Teams an. Kurz vor 21.00 Uhr attackierten zahlreiche Deutschland-Fans Polizisten mit Feuerwerkskörpern und Flaschen in der Nähe der Kneipe ‘Movie’. Erst um 23.00 Uhr beruhigte sich die Lage. Im Rahmen eines Interviews räumte ein Polizeisprecher im Oktober in der Märkischen Oderzeitung ein, dass die Anhänger von Viktoria ‘bei der WM in Frankfurt auch durch Randale und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgefallen sind’. Nach der Halbfinalbegegnung gegen Italien kam es erneut zu Angriffen. Auf der Karl-Marx-Straße wurde ein PKW mit einer italienischen Flagge attackiert und beschädigt. Aus einer Gruppe von ca. 20 Personen waren die Parolen ‘Straße frei der deutschen Jugend’, ‘Arbeit macht frei – Babelsberg 03′ und ‘Deutschland erwache’ zu hören.“



T-Shirt „Deutsch mich nicht voll!“ ist da!
11. Juni 2008, 6:07
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Jetzt gibts auch ein T-Shirt – hier der Link zum „Deutsch mich nicht voll!“-Shop

Shirt



StudiVZ und die Taste F5
11. Juni 2008, 6:06
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Liebe Leute!

Auf der studivz-seite gibt es seit einigen Tagen eine neue Gruppe, auf der man hauptsächlich für sein Profilbild eine Deutschlandfahne bekommen kann. Wir haben beim Besichtigen der Gruppe herausgefunden, dass einige der Moderatoren sich auf ihrem Profil die klare Position rechts bzw. mitte rechts geben. Mittlerweile hat diese Gruppe schon über 200.000 Mitglieder.

Unter anderem steht dort, dass der Server schon mal zusammengebrochen ist, da zu viele Menschen auf einmal auf die Seite gegangen sind und diese zu oft F5 gedrückt oder aktualisiert haben.

Kleiner Aufruf: geht auf diesen Link und drückt, so lang ihr könnt!!!!



Deutsch mich nicht voll!
11. Juni 2008, 6:05
Filed under: deutschmichnichtvoll

Taucht Deutschland zur Männer-Fußball-Europameisterschaft wieder unbekümmert in Schwarz-Rot-Gold ein, wird jede Kritik an der Voranstellung der Nation als Identifikationsfigur gnadenlos abgeschmettert und die Abgrenzung zum „übersteigerten Nationalismus“ leichtfertig mit einem „positiven Verhältnis zur Nation“ und einem „gesunden Patriotismus“ begründet. Ein unverkrampftes Verhältnis zu Deutschland heißt dann: Eine Deutschlandflagge gratis beim Kauf von zwei Tüten Chips. Der Normalisierungsprozess in Bezug auf das Verhältnis des Einzelnen zur Nation sei in vollem Umfang abgeschlossen, da man sich doch nun genug mit der Geschichte auseinandergesetzt habe und der Aufarbeitungsweltmeister Deutschland sich die gesellschaftliche Befugnis zu patriotischen Regungen hart erarbeitet habe. Fast schon höhnisch klingt die Sehnsucht von Rheinhard Mohr nach einem „Stimmungskick durch die EM“ um nun auch endlich das Dauerelend der sozialen Ungerechtigkeit zu überwinden. Nationalstolz als Super-Pille – Nebenwirkungen ausgeschlossen?
Vergessen sind Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Solingen – wiedervereinte deutsche Bürger guckten zu bei fremdem Elend und nachher hat niemand was gesehen. Fast blind vor Deutschtümelei werden der Einzug der NPD in die ostdeutschen Landtage und der Anstieg von rechtsextremen Gewalttaten als Randphänomen abgeschoben und die eigentlichen Ursachen verschleiert. Als adäquate Antwort folgt ein Fischen nach Wählerstimmen am rechten Rand – nach der Bewältigung der Vergangenheit folgt das Ignorieren der Gegenwart.

Übergangen wird die Tatsache, dass „Nation“ einem Abgrenzungsprozess entspringt, dessen Ursprünge in Begriffen wie Abstammung und Kultur wurzeln. Das Hochhalten der Deutschlandflagge symbolisiert nicht die Identifikation mit einer demokratischen, verfassungsrechtlich geschützten Grundordnung, sondern die identifikatorische Bindung einer Masse und somit die Bildung einer nationalen Identität, der man nicht entkommen kann, ohne sich auszugrenzen. Es entsteht ein Zwangszusammenhang, der sich gegen das Individuum richtet und ein Kollektivsubjekt erzeugt, dem man sich unterzuordnen hat. Normalisierung des Verhältnisses zur deutschen Nation bedeutet die Einforderung der Identifikation des Einzelnen mit der Masse. Die Konsequenz ist keine pluralistische Demokratie, sondern der kleinlaute Untergang des Individuums in einem „Volkskörper“ in dem stummes Kopfnicken für die Mehrheit zu einer notwendigen Überlebenspraxis heranreift. Die Kritik an deutschen Zuständen und damit an einer schwarz-rot-notgeilen Sport-Popkultur steht also nicht zwingend im Zusammenhang mit der Ablehnung der Verfassung der BRD – jedoch wird die Plakette, unter anderem durch den § 90a StGB, schnell verteilt, um weiterhin im Strom der Unberührbarkeit hinwegzutreiben. „Deutsch mich nicht voll!“ heißt in diesem Sinne: Kein entspanntes Verhältnis zur deutschen Nation – weder im Alltag noch zu irgendeiner Fußballmeisterschaft. Wenn also mit dem Restart eines „Sommermärchens“ die Mehrheit in Gefühlsduselei verfällt, wird ein Protest umso notwendiger. Wir laden deshalb jedeN dazu ein, das Internet, in all seinen Formen, als Plattform zu nutzen, um mit künstlerischen Darbietungen ihre / seine Ablehnung zum Ausdruck zu bringen. Ziel ist es dabei, eine interaktive Ausstellung heranwachsen zu lassen, die auf unterschiedlichste Art veranschaulicht, warum jedweder Auswuchs von deutschem Nationalismus keine Strategie sein kann. Fußballfan-Lieder wie „Eine U-Bahn, eine U-Bahn bauen wir von Mönchengladbach bis nach Auschwitz…“ sind nur Früchte einer unterschätzten Gefahr. Konsequent gegen Antisemitismus, Rassismus, Geschichtsrevisionismus und Sexismus – Nazis den Nährboden entziehen!